Bloggerheimat – ü30Blogger & Friends

In der ü30Blogger & Friends Aktion geht es in diesem Monat um das Thema Bloggerheimat. Ich habe sehr lange überlegt, ob ich von Wien oder Hamburg berichte. Habe mich dann aber für die österreichische Hauptstadt entschieden – wie auch Petra von Home of Happy hier.

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Im Sommer 2000 zog ich der Liebe wegen nach Wien. Ich hatte Hamburg im Herbst 1999 schweren Herzens verlassen und ein paar Monate im Schwabenländle Zwischenstopp gemacht. Dort arbeitete ich für smart. Leider war ich zum falschen Zeitpunkt dort. Von den Autos war ich überzeugt, von meinen damaligen Chefitäten nicht. Bei smart gab’s nur Stress und Hektik, viel zu viele sinnlose Meetings und daraus resultierende Überstunden, sowie zu viele Häuptlinge, die sich selbst für so wichtig hielten, dass sie in einem strikten Nichtrauchergebäude aus Holz rauchten (und in die Kaffeetassen aschten). Ich weiß nicht, wie oft mich der Nachtportier wegen meiner unchristlichen Arbeitszeiten eingeschlossen hat und die Werkspolizei mich befreien musste, was meinen damaligen Chef jeden Morgen auf’s Neue erheiterte. Ich hatte einfach irgendwann nur noch die Faxen dicke, zog meine Konsequenz daraus und ging.

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Stadtpark in Wien zwischen Parkring und Johannesgasse

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Ich beschloss der Pendelei ein Ende zu setzten und den Schritt nach Wien zu wagen. Sich mit einem deutschen Wohnort in Österreich zu bewerben war nicht von Erfolg gekrönt, denn die Firmen hatten alle Sorge, dass sie meine Umzugskosten übernehmen müssten. Ich beschaffte mir eine österreichische Handy-Nummer, mit der ich für mögliche Arbeitgeber greifbarer war. Bis zu meinem ersten Arbeitstag hatte ich ein paar Wochen Zeit, in denen ich mich von der Hektik erholen konnte und Wien auf mich wirken ließ.

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Johann Strauß Denkmal im Stadtpark Wien

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Fast jeden Tag zog ich los und erlief mir den 1. Bezirk, das Kernstück der historischen Innenstadt. Ich trabte von einer Gasse in die Nächste und freundete mich mit den prunkvollen Gebäuden an, die die Weltkriege überlebt hatten. Schnell stellte ich fest, dass ich besser mit ganz flachen Schuhen unterwegs war, denn die Kopfsteinpflaster sind Stolperfallen und echte Absatzkiller dazu. Ich lernte, dass man sich in ein Café setzen und stundenlang Zeitung lesen konnte, ohne von einer Bedienung weggescheucht zu werden, wenn man nicht halbstündlich etwas bestellte. Das Angebot an Kuchen und Kaffees war verlockend und ich probierte vom Großen Braunen (der nichts mit einem Pferd zu tun hat) bis hin zum Einspänner alles. Hier gibt’s die Wiener Kaffeehaus-Spezialitäten.

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Kuchen und Torten im Gerstner K.u.K Hofzuckerbäcker, Kärntner Str. 51, 1010 Wien

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 Es gab die ersten Bewerbungsgespräche. Dass die Österreicher anders ticken erfuhr ich spätestens, als mich eine Personalchefin anrief und sagte „der Herr Generaldirektor möchte Sie kennenlernen!“. Huch? Das klang wie aus einem Film der 1950iger Jahre, so nach dem Motto „der Herr Direktor bittet das Fräulein Schmidt zum Diktat!“. Der Herr Generaldirektor war dann völlig entsetzt, als ich ihn fragte, wie ich ihn ansprechen dürfe – ob mit „Herr Generaldirektor“ oder „Herr Müller“? „Na, mit Müller natürlich!“ erwiderte er, um dann noch zu ergänzen „wir haben schließlich den Adel abgeschafft!“ Mag sein, dass die Österreicher den Adel abgeschafft haben, aber dafür haben sie die Titel eingeführt!

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Ja, die Österreicher und die Titel, die mögen sie gern! Können Sie sich vorstellen, dass sich in Deutschland jemand mit „Herr Diplomkaufmann“ ansprechen lässt? Hier ist das Usus. Die Lehrerin wird immer als „Frau Professor“ angesprochen, selbst wenn sie nicht habilitiert hat. Wenn man weiß, dass jemand einen Titel hat, aber sich nicht daran erinnert, kann man im Zweifelsfalle immer „Herr (oder Frau) Doktor“ sagen. Das kommt immer gut, auch bei denen, die gar keinen Titel haben. Schwierig wird’s wenn jemand Kommerzialrat, Hofrat, Direktor eines Museums und dazu vielleicht noch promovierter Doktor ist. Mir standen dann die Schweissperlen auf der Stirn. Aber da mein Chef, der auch diverse Titel hatte, sich aber daraus nichts machte, habe ich dann immer nur „Herr Direktor“ gesagt. Und mir als Piefke (Deutsche) hat man das nachgesehen. Immerhin wollten die Leute was von meinem Chef, da waren sie auch freundlich zu mir.

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Kleines Café und Franzisakener Kirche am Franziskanerplatz, 1010 Wien

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Auf Ehrenzeichen und Auszeichnungen stehen die Österreicher auch. Wenn dann jemand beispielsweise das „Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien“ bekommt, dann ist das so ein Tamtam, dass es oft sogar in den Seitenblicken (kultige tägliche Klatschsendung im ORF) gezeigt wird. Ob die Dinger angesteckt oder am Band getragen werden – spätestens zum Opernball wird „Lametta“ getragen, wie mein Chef zu sagen pflegte. Auch er trug dann Frack und Lackschuhe und hängte sich sein großes Kreuz am Bande zu solchen Festivitäten um (Schande! Ich erinnere nicht welches man ihm verliehen hatte!).

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Bloggerheimat – wunderbares Buchgeschäft in der Weihburggasse im 1. Bezirk

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Ich hatte so meine Probleme mit der Sprache. In meiner ersten Arbeitswoche rief mein Chef mir aus seinem Büro „verbinden Sie mich bitte mit Herrn Bichler!“‘ zu und ich durchforstete sein Telefonbuch. Es gab darin keinen Namen, der unter B stand auch nur ähnlich klang und ich begann zu schwitzen. Nach 3 Minuten fragte er, ob’s ein Problem gäbe und ich antwortete auf Hochdeutsch „ich finde keinen Herrn Bichler!“ „Der heißt ja auch nicht Bichler mit weichem, sondern Pichler mit hartem B“. Aha, das soll einer wissen! Fortan fragte ich „mit Berta oder Paula?“ wenn er mir irgendwelche kryptischen Namen an den Kopf warf.

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Die Vermischte Warenhandlung – Papier und Schnickschnack in Vollendung, Weihburggasse 16

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Dann rief ein Herr aus der Schweiz an. Naja, wenn jemand Mitterli heißt, muss das ja ein Schweizer sein, oder? Mein Chef behauptete ihn nicht zu kennen. „Doch, Sie müssen ihn kennen, denn er hat gesagt, er möchte mit Otto sprechen“ erklärte ich ihm. Er sah sich die Telefonnummer an und bemerkte „die ist aber nicht aus der Schweiz!“ „Ja, vielleicht ist er ja im Urlaub?“ Während ich zurück zu meinem Platz ging, wählte er Herrn Mitterli selbst an. Plötzlich tosendes Gelächter aus dem Nebenraum: „das ist der Mitter Willi!!“ Ja, Mensch, woher soll ich denn wissen, dass Österreicher sich mit Nachnamen Vornamen melden?!

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Ausblick auf Kohlmarkt und Tor zur Hofburg im Zentrum von Wien

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Ein Kunde hat mal seinen ganzen Frust bei mir abgelassen und wie ein Rohrspatz geschimpft. Er sprach mindestens 5 Minuten auf mich ein, in denen ich immer nur mit „das tut mir leid…mhm….ja…“ bestätigte. Ich verstand nämlich kein Wort, was daran lag, dass der gute Mann aus Tirol kam – die sprechen für meine Norddeutschen Ohren nämlich eine komplett andere Sprache. Aber als er seinen Frust entladen hatte, entschuldigte er sich freundlich und sagte „das war nicht gegen Sie persönlich gerichtet!“. Natürlich sagte ich ihm nicht, dass ich ohnehin nix verstanden hatte. Wäre ja schön blöd, denn so hatten wir das Problem „auf dem kleinen Dienstweg“ aus der Welt geschafft. Auch gut, oder?

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Dachgärten im 1. Bezirk von Wien

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Mein Büro lag in einem Gebäude am Ring und ich blickte auf den Parkring. Morgens hörte ich oft das Hufengetrappel der Pferde, wenn die Kutscher in die Stadt fuhren, um sich am Stefansdom aufzustellen. Eines Tages dachte ich der 3. Weltkrieg bricht aus. Erst ein Panzer und dann rollten immer mehr über den Ring. Meine Kollegin kam zu mir, sah mein entsetztes Gesicht und klärte mich auf: “…die fahren alle zur Hofburg, denn zum Nationalfeiertag (26. Oktober) gibt’s dort eine große Parade und das Militär stellt aus…”. Aha, wieder ‚was gelernt. Die Österreicher waren wohl zu lange unter alliierter Besatzung hier

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Bloggerheimat – Detail der Secession am Wiener Naschmarkt

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Ich arbeite schon lange nicht mehr am Parkring. Leider. Auch ist der damalige Chef nicht mehr mein Chef, denn ich habe, als er in den Ruhestand ging, die Firma zusammen mit ihm verlassen und mir eine neue Aufgabe gesucht. „Sie werden noch an mich denken!“ hat er damals gesagt und in der Tat, das habe ich viele Male getan!

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entspannt über den Dächern von Wien – meine Bloggerheimat

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Seither habe ich einige Chefs durchlaufen, die teilweise “sehr speziell” waren (um das einmal freundlich auszudrücken) und mich einige Nerven gekostet haben. Ich finde, dass ich mir zumindest dafür ein klitzekleines Ehrenzeichen verdient hätte. Das wär doch ‚was. Obwohl – ein Hamburger nimmt keine Orden an… Naja, ich bin doch schon 17 Jahre in Wien, das inzwischen zu meiner #bloggerheimat geworden ist, da wird doch so ein kleiner, feiner Orden nichts ausmachen, oder?  😉

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Sind Sie auch schon mal in ein fremdes Land gezogen?

Wie ging es Ihnen nach dem Umzug?

Sind sie dort geblieben oder wieder zurück in Ihre Heimat gegangen?

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Das war mein kleiner Ausflug in meine Wiener Bloggerheimat. Schauen Sie doch mal bei meinen Blogger-Kolleginnen vorbei und lesen Sie, was sie von ihrer #bloggerheimat zu erzählen haben.

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🙂       Ich wünsche Ihnen einen sehr SCHÖNEN Freitag!       🙂

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29 Comments
  • britti
    June 30, 2017

    Wow, das liest sich ja super interessant. Ja mit der Sprache ist es so eine Sache. Ich wohne ja in Schleswig-Holstein (also nicht wirklich weit von Hamburg) und wenn ich mit Personen aus Süddeutschland telefonieren muss, verstehe ich auch selten alles vom Gespräch. Wie oft ich da nachfragen muss, sag ich erst gar nicht…lach. In Wien war ich noch nie, möchte aber zu gerne mal für ein paar Tage hin (Urlaub reicht aus…lach). Wünsche dir einen schönen Tag. Liebe Grüße, britti

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Britti,
      ja, die Sprache ist schon hinter der Elbe anders, jenseits des Weisswurstäquators noch einmal. Und Österreich mit seinen vielen Regionen ist dann eine andere Welt. Aber ich hab’s gewuppt 😉
      Wenn’s Dich mal in Richtung Wien zieht, sag rechtzeitig bescheid. Es ist unglaublich schön hier (auch wenn ich die Alster vermisse!).
      Schönes Wochenende und liebe Grüße 🙂

  • Tina von tinaspinkfriday
    June 30, 2017

    Guten Morgen claudia, danke für die tollen Bilder und Deine Geschichte. Ich war jetzt ganz gebannt. Schon spannend so ein Neubeginn.
    Schönen Freitag, liebe Grüße Tina

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Tina,
      ja, so ein Neubeginn hat immer etwas.
      Er ist aufregend, manchmal ein wenig beängstigend, aber immer spannend und man lernt ganz viel.
      Schönes Wochenende und liebe Grüße 🙂

  • Bo
    June 30, 2017

    Hallo, schöne Geschichte, die du zu deiner Bloggerheimat und deine Chefs 😉 geschrieben hast. Tolle Bilder von Wien. Also Wien werde ich unbedingt besuchen müssen.
    Liebe Grüße Bo

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Bo,
      ich freu’ mich! Wenn ich die Reaktionen so lese, dann sollten wir wirklich mal ein Treffen hier in Wien organisieren.
      Schönes Wochenende und liebe Grüße 🙂

  • Fran
    June 30, 2017

    Ich musste sooo grinsen bei deinen Geschichten, vor allem beim Herrn Mitterli. Eine Norddeutsche in Wien – da sind Verständigungsprobleme wohl programmiert 🙂
    Ich finde, du hast Hamburg gegen eine wunderschöne Stadt eingetauscht. Einen Streifzug durch die Kaffeehäuser würde ich gern einmal machen. Nun, kommt Zeit, kommt Wien!
    Liebe Grüße
    Fran
    P.S. Ich schätze, Chef-Anekdoten wären auch mal ein prima Thema. Ich hatte mal einen, der darauf bestand, dass man erst ab 18 das Büro verlassen durfte, sich aber persönlich bei ihm abmelden musste. Blöd, dass er IMMER selbst das Haus um kurz vor 18 Uhr verließ und NIE vor 20 Uhr wieder auftauchte…

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Fran,
      ja, Chef-Geschichten wäre bestimmt ein lustiges Thema. Wobei es solche und solche Anekdoten gibt, wie Du bestimmt aus eigener Erfahrung weißt.
      Ich hatte mal einen Chef, der in Japan gearbeitet hat. Er wunderte sich anfangs immer, warum die Mitarbeiter zum Feierabend nicht nach Hause gehen. Bis ihm dann mal jemand steckte, dass die Untergebenen erst gehen, wenn der Chef weg ist. Also verkrümelte er sich um 17h, nur um dann um 18h wieder in’s Büro zu gehen und weiter zu arbeiten. Andere Länder, andere Sitten…
      Sag bescheid, wenn Du einen Wien Besuch planst – dann manchen wir eine Kaffeehaus-Tour.
      Ganz liebe Grüße 🙂

  • Petra
    June 30, 2017

    Liebe Claudia was für eine erheiternde Geschichte. Ich kann mir richtig vorstellen wie man mit den ganzen “Slang’s” in schwitzen kommt. Von mir bekommst du auf jeden Fall einen Orden. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Petra

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Petra,
      Dankschön! Ja, Dialekte sind manchmal nicht so einfach zu verstehen.
      Deswegen freue ich mich auch so sehr über Deinen Orden 😀
      Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🙂

  • Heidi
    June 30, 2017

    Witzige Geschichten , klasse , ich habe mich super unterhalten gefühlt . Chef´s können seltsame Vögel sein , Genau wie Dialekte :))
    Danke für den Post , ich grinse immer noch
    LG und ein schönes WE für Dich
    von heidi

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Heidi,
      schön, wenn ich Dich zum Schmunzeln bringen konnte. Dann ist das Thema ja nicht verfehlt.
      Dir auch ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße 🙂

  • Claudia
    June 30, 2017

    Ich habe mich köstlich amüsiert! Deine Geschichte war amüsierend, informierend und gleichzeitig auch total spannend…
    Hab mich direkt in in die damalige Zeit zurückversetzt als ich hier nach Deutschland gekommen bin!
    Wien ist immer eine Reise wert, und auch ein Wochenende reicht schon aus, um ein Bloggertreffen zu organisieren liebe Claudia! Denk darüber nach! 😉 Vielleicht für 2018????
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Claudia,
      ich kann mir vorstellen, dass Dein Neuanfang um vieles schwieriger als meiner war – Du hast ja Kontinent und Sprache gewechselt, bei mir war’s ja nur der Dialekt und ein paar hundert Kilometer.
      Ich denke auch, dass wir ein Wien-Treffen auf die Beine stellen sollten, wenn ich all die Kommentare hier lese. können wir uns ja für nächstes Jahr vornehmen.
      Schönes Wochenende und ganz liebe Grüße 🙂

  • Sabine Gimm
    June 30, 2017

    Danke für den amüsanten Bericht. Ich hätte wohl ebenso meine Sprachschwierigkeiten. Wien ist eine wundervolle Stadt. Irgendwie entzückend. Chefs können überall anstrengend sein. Ich hab momentan gerade einen sehr netten.

    Liebe Grüße Sabine

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Sabine,

      der erste Chef, den ich hier in Wien hatte, war der weltbeste Chef von allen!
      Generaldirektor hin oder her, den hat er nie ‘raushängen lassen. Und über ein Niederegger Marzipanbrot konnte er sich wie ein Kind freuen.
      Ich wollte mal kurzfristig einen Urlaubstag haben. Da nahm er meinen Urlaubsschein, unterschrieb ihn, grinste mich an und sagte:

      “Wenn’s meiner Assistentin gut geht, dann geht’s mir auch gut!”.

      Er hat gewusst, wie’s geht. Es war immer ein Geben und Nehmen. Da können sich die ganzen jungen Bürschchen von heute, die alle Chef “spielen” wollen, eine ganz dicke, fette Scheibe von abschneiden!!!

      Schönes Wochenende und liebe Grüße 🙂

  • Natascha
    June 30, 2017

    Liebe Claudia,
    ich musste jetzt wirklich herzhaft lachen! Mit Berta oder Paula, tja….ich fühle mich ertappt! 🙂 Ich verstehe das du deine liebe not mit unserer Sprache hast. Sie ist wirklich anders 🙂
    Die Titeln empfinde ich übrigens auch als Unart! Als ob der Mensch keinen Namen hätte. Letztens stand ich im Meinl am Graben an der Kasse als eine Dame reinkam und etwas abholen wollte. Die Kassadame fragte nach auf welchen Namen und die Dame meinte: Frau Mag ….. Ich musste schmunzeln. Wozu gebe ich einen Titel an wenn ich eine Wurstplatte vom Supermarkt abhole??? Also es gibt Dinge die versteht auch ein Wiener nicht 🙂
    Alles Liebe
    Natascha

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Natasche,
      ja, das mit dem “weichen” und “harten B” hat mich anfangs zur Verzweiflung getrieben. Aber dann wusste ich halt, welche Frage ich stellen musste, um nicht wieder sinnlos zu suchen.
      Dieser Titel-Irrsinn ist halt besonders.
      Allerdings gibt es auch in Deutschland Menschen, die auf ihren Dr. oder was auch immer bestehen. Ich kenne da so einen zu kurz gebliebenen Zahnarzt, der meldet sich immer mit “DOKTOR Müller…”. 😀
      Vielleicht hat die Frau Magister sich ja erhofft von der frischeren Wurst zu bekommen???
      Schönes Wochenende und ganz liebe Grüße 🙂

  • Bianca
    June 30, 2017

    Wie schön daß Du in der Ferne Deine Heimat abseits von Hamburg gefunden hast und auch noch so nette Geschichten dazu erzählen kannst. Und die Bilder gefallen mir auch sehr. Ich wohne von Geburt an am gleichen Ort, im gleichen Haus. Mir gefällt das so, aber ab und an packt mich schon das Fernweh.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende !

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Bianca,
      ja, Wien ist schön und vor allem der Grund, weshalb ich hierher gekommen bin.
      Trotzdem habe ich regelmäßige Heimweh-Attacken nach Hamburg! Deswegen versuche ich auch so häufig wie möglich nach HH zu reisen und dort Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.
      Ich finde es schön, dass Du mit Deiner Umgebung zufrieden bist – immer am gleichen Ort, sogar im gleichen Haus. Das hat doch auch was – ist ein gutes Zeichen.
      Hab ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße 🙂

  • Petra
    June 30, 2017

    Hallo Claudia,

    was für ein toller Artikel, ich habe mich sehr amüsiert 😀 Die Titelversessenheit nimmt ja Gottseidank immer mehr ab. Ich muss sagen, ich habe studiert und einen Magister, aber außer in Arztpraxen wenn er grad mal auf der Ecard steht, werde ich nie mit Magister angesprochen und lege auch keinen Wert darauf. Wir schreiben Titel im Büro nicht mal mehr auf die Visitenkarten, so wie früher. Das ist wirklich noch ein Relikt der Vergangenheit 😀 Ich muss sagen, ich arbeite mit vielen KollegInnen aus Deutschland zusammen und es ist eine Bereicherung! Ich liebe deren direkte und unverblümte Art Dinge an- und auszusprechen sehr, außerdem natürlich auch den eher trockenen Humor. Ganz anderes als bei gelernten ÖsterreicherInnen die ja eher statt ja oder nein mit najaaaaa antworten und eher gerne vage bleiben =) Schön, dass Wien deine Heimat geworden ist!

    Liebe Grüße,
    Petra

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Liebe Petra,
      mein erster Chef in Wien hatte selber viele Jahre in Deutschland gearbeitet, insofern war meine Sprache und meine Art auch kein Problem.
      In einer anderen Firma hatte der Chef entschieden, dass es keine Titel auf den Visitenkarten gibt, woraufhin ein Mitarbeiter ein langes Mail schrieb und erklärte, dass er lange für seinen Magister studiert hätte und sich den nicht “wegnehmen” lassen würde. Er würde seinen Titel händisch ergänzen, wenn er nicht mehr auf die Visitenkarte gedruckt werden würde.
      Womit ich allerdings manchmal ein Problem habe ist dieses sich nicht äussern können oder wollen, wie Du schon richtig sagst. Eine Bekannt meinte ‘mal über dieses österreichische Phänomen: “das ist so, als wolle man einen Pudding an die Wand nageln.” Was meinst Du dazu?
      Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend! 🙂

  • Edna Mo
    June 30, 2017

    Hallo Claudia,
    mit Genuss habe ich Deine persönliche Wien-Berichterstattung gelesen. Die Fotos sind sehr schön, aber noch mehr hat mich der ruhige und amüsante Erzählfluss gefesselt. Ich hätte noch ewig weiterlesen können.
    Ich freue mich sehr, dass Du nach dem Landeswechsel einen so guten Platz für Dich in Wien gefunden hast. Ich habe da sehr großen Respekt vor den Eigenheiten anderer Kulturen und würde michwahrscheinlich sehr lange sehr fremd fühlen. Toll, wie Du das gemeistert hast!
    Respektvolle Grüße sendet Dir Edna Mo

    • happyface313
      June 30, 2017

      🙂 Vielen Dank für das Kompliment, liebe Edna Mo,
      schön zu lesen, wenn meine “Schreibe” gefällt und sich gut lesen lässt.
      Über die Eigenheiten und Ausdrucksweise könnte ich noch viel erzählen, wie z.B., dass ich in Deutschland das Auto zu DEM Service bringe, während ich hier in Österreich DAS Service machen lassen würde. Das ist manchmal recht amüsant.
      Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
      Ganz liebe Grüße 🙂

  • dottoressa
    July 2, 2017

    Liebe Claudia,
    Ich bin ganz spät zur Party-danke schön für deine tolle Geschichte und schöne Fotos-das war ganz amüsant
    Ich hoffe das du jetzt ziemlich zufrieden mit dein Beruf bist
    Wien ist wunderschön,ich liebe es sehr und bin froh jedes Mal wenn ich es besuche
    Im Hamburg war ich noch nie
    Ich besuchte nur,als ich 17 Jahre alt war, meine Brieffreundin in der Nähe von Aachen-bei ihrer Familie habe ich drei Wochen verbracht (natürlicherweise,mit meinem damals Hochdeutsch,halfgelernt
    -war ich ganz verwirt)
    Aber,ich habe nie mein Heimat und mein Stadt für länger verlasst
    Ich wünsche dir ein schönes Sonntag
    Liebe Grüsse
    Dottoressa

    • happyface313
      July 2, 2017

      🙂 Liebe Dottoressa,
      vielen Dank! Ich bin mir sicher, dass es auch im Kroatischen unterschiedliche Dialekte gibt, oder?
      Die Sprache entwickelt sich ja auch – oftmals verwenden junge Menschen andere, neue Ausdrücke und ältere Menschen müssen nachfragen was das bedeutet?
      Ich kann mir vorstellen, dass Dein Deutschlandbesuch auch mit vielen “wie bitte?”-Fragen verbunden war. Denn was wir in der Schule lernen deckt sich nicht immer mit dem, wie es im realen Leben ist.
      Wenn Du mal planst nach Hamburg zu reisen, sag bescheid, es gibt so viele schöne Sachen anzusehen und zu entdecken.
      Dir auch einen schönen Sonntag und herzliche Grüße 🙂

  • Ursula
    July 2, 2017

    Toller Artikel über deine Bloggerheimat liebe Claudia. Wien ist eine total faszinierende Stadt. Mit der Sprache kann es ja manchmal bei einem Umzug innerhalb Deutschlands schon etwas schwierig werden. Als wir von NRW nach Bayern gezogen sind, gab es Anfangs ebenfalls die Eine oder Andere Verständigungsschwierigkeit. Allerdings liegt hier glücklicherweise der Focus weniger hoch auf den akademischen Titeln ;). Liebe Grüße und einen schönen Wochenstart Ursula

    • happyface313
      July 3, 2017

      🙂 Liebe Ursula,
      das kann ich mir vorstellen, dass es schon in Bayern Verständigungsschwierigkeiten gab. Fängt bei den Semmeln an und endet bei den Fleischpflanzerln oder wie die Dinger da heissen 😀 Oder?
      Dir auch eine schöne neue Woche und ganz liebe Grüße 🙂

  • Kerstin_30rockt
    July 6, 2017

    Danke für diese schöne Geschichte 🙂
    Ich habe auch viele Jahre am Telefon gesessen, da kommt so mancher Name durcheinander dank der vielen Dialekte – da nehme ich unseren hessischen gar nicht raus 😉

    Ich habe damals mal mit einer Frau Müller aus Hamburg telefoniert. Erfreut sagte ich ihr in schmutzigstem Hessisch “Ja hier is au Müller”. Später rief sie bei meiner Kollegin an und verlangte Frau Aumüller…

    Liebe Grüße
    Kerstin

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