Warum ich für die Frauenquote bin! Und Sie?

„Frauenquote und allgemein Geschlechterquote oder Genderquote bezeichnet eine geschlechter- bzw. genderbezogene Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen. Der angestrebte Zweck der Frauenquote ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Frauenquoten werden seit den 1980er Jahren als wesentliches Instrument der Personalpolitik verstanden und sind bei der Vergabe politischer Ämter mit dem Proporz vergleichbar. Die Einführung von Quoten für einige politische Gremien und Teile des öffentlichen Dienstes wurde in vielen europäischen Ländern durchgesetzt. Frauenquoten in der Privatwirtschaft werden kontrovers diskutiert“                         

                      Wikipedia

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Seit einiger Zeit wird in Österreich darüber diskutiert eine 30%ige Frauenquote bei Aufsichtsräten einzuführen, wie es in Deutschland bereits seit 2016 gesetzlich verankert ist. D.h. das sich jeder Aufsichtsrat aus 30% Frauen zusammensetzen muss. Wird diese Quote nicht erreicht, bleibt der entsprechende Platz frei, es folgt also kein weiterer Mann nach.

Was soll das…?

…mag man sich fragen – wozu die Diskussion über eine Frauenquote? Die Idealvorstellung ist, dass Männer wie Frauen die gleichen Voraussetzungen haben, um in einem Job tätig zu werden. Das fängt mit der Ausbildung an und geht bis zum Gehalt. Gleiche Bezahlung für gleiche Tätigkeit.

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Wunschdenken: Gleicher Lohn für gleiche Tätigkeit / Joseph Beuys, The Broad

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Dem ist aber leider nicht so und das nicht nur in Österreich und Deutschland. Frauen gibt man zwar gern Jobs, die diffizil sind, Fingerspitzengefühl und soziale Kompetenz erfordern oder die schlicht und ergreifend zu mühsam für die Herren der Schöpfung sind. Die weibliche Leidensfähigkeit ist scheinbar einfach höher. Aber um sich überhaupt für eine Führungsposition zu qualifizieren, muss eine Frau mindestens doppelt so gut sein wie ihr männliches Gegenüber. Hat Frau diese Position dann endlich erklommen, geht der Kampf erst richtig los. Überambitionierte Männer schießen aus allen Rohren, wenn es darum geht, den Weg nach oben hin frei zu machen. Ob man sich gemeinsam gegen eine Kollegin verschwört oder „versehentlich“ Dinge ausplaudert die sie in einem schlechten Licht erscheinen lässt, jedes Mittel ist dafür recht. Je höher die Position, je härter die Bandagen, mit denen gekämpft wird.

Idealerweise fängt alles schon in der Kindheit ein – Man(n) wird in die richtige Familie geboren, kommt in den richtigen Kindergarten, die richtige Schule, die richtige Uni usw., ist vielleicht sogar in einer – schlagenden – Studentenverbindung. Man(n) bleibt gern unter seinesgleichen. 

Inzwischen geben viele Frauen ihren Töchtern eine gute Portion Selbstbewusstsein mit auf den Lebensweg. Außerdem achten Sie darauf, dass ihre Töchter in den richtigen Kindergarten, die richtige Schule, die richtige Uni etc. gehen. Und einige davon sind sogar in Damenverbindungen. Sie tragen “Band” und dieses Verbindungs-Käppi, das als „Deckel“ bekannt ist. Bringt das ‚was? Sicherlich. Einer. Zwei. Oder vielleicht auch drei Frauen. Immerhinque, wie mein Lateinlehrer zu sagen pflegte.

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Wir brauchen momentan eine Frauenquote und keine Miss-Wahlen

Wir machen uns unsere Probleme selbst!

Eines der größten Probleme die wir dieserorts noch haben ist nämlich, dass wir Bewerbungen mit schönen Fotos (die wir für viel Geld professionell machen lassen) und privaten Informationen versenden. Großer Fehler! Denn wir bewerben uns ja nicht, um bei einer Miss-Wahl oder einem Fashion-Award teilzunehmen, sondern wir bewerben uns auf einen Job. Wir wollen auch keinen Preis dafür haben, dass wir X Kinder großgezogen und den täglichen Spagat zwischen Haushalt, Kindergarten und Büro locker schaffen. Wir wollen einfach nur wegen unseres Wissens und Könnens – also wegen unserer Qualifikation – eingestellt werden und das verdienen, was ein Mann in gleicher Position am Ende eines Monats mit nach Hause nimmt.

Im englischsprachigen Raum ist man schon viel weiter. Eine Bewerbung mit Foto, Alter oder Angabe ob Männlein oder Weiblein gibt’s dort nicht. Dort schreibt man nur den Absender auf das Deckblatt der Bewerbung. Das wird vom Personalbüro entfernt und lediglich der Teil der Bewerbung, der sich mit der Qualifizierung des potenziellen Mitarbeiters beschäftigt, geht an die entsprechende Abteilung zur Prüfung. Das ist Gesetz und wurde geschaffen, weil Menschen menscheln und immer noch auf solche Dinge wie Mann, Frau, schwarz, weiß, blond, braun, dick, dünn usw. achten. Würde man in unseren Gefilden die Bewerbungen ebenso handhaben, hätten wir diese Diskussion gar nicht. Denn Qualifikation ist Qualifikation und da ist es wurscht, ob ein Mann oder eine Frau den Job macht.

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Frauen interessieren sich nicht nur für Schuhe und Taschen

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Ich glaube daran, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist. Und ich wünschte mir, dass das auch für die Arbeit gelten würde. Aber solange noch mit zweierlei Maß gemessen wird, solange es noch die Seilschaften der Old Boys gibt und solange die Männer sich die guten Jobs gegenseitig zuschustern, bin ich für eine Quotenregelung die da sagt, dass Frauen zu einem Prozentsatz X in einem Aufsichtsrat vertreten sein müssen (wobei das m.E. nicht nur für Aufsichtsräte gilt!). Erst wenn es sich in den Köpfen aller Menschen verankert hat, dass Männer wie Frauen gleichermaßen qualifiziert sind und gleich gut bezahlt werden müssen, dann kann man auf die Quotenregelung verzichten. Denn im Grunde meines Herzens hasse ich jegliche Art der Regulierung, sprich eine Frauenquote, denn ich bin felsenfest davon überzeugt dass jeder sein/ihr Ziel erreichen kann, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen.

  • Wie denken Sie über die Quotenregelung? 
  • Was würden Sie dazu sagen, wenn man Bewerbungen künftig geschlechtsneutral versenden würde?
  • Glauben Sie, dass eine so geartete Bewerbung helfen würde die Männlein-Weiblein-Problematik zu lösen?

.In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie immer die gleichen Job- und Karriere-Chancen wie ein/e andere/r BewerberIn bekommen und eine Quotenregelung irgendwann nichtmehr  nötig sein wird!

 

🙂       Ich wünsche Ihnen einen SCHÖNEN Tag!       🙂

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8 Comments
  • uefuffzich
    June 29, 2017

    Nein, für mich keine Frauenquote. Ich habe nichts gegen Männer, die ihren Job in bestimmten Positionen gut machen. Aber ich habe genug von solchen Regelungen und Vorschriften. Früher lebte ich in einem Staat, in dem Weiblein und Männlein gleich bezahlt wurden. Dafür gab es viele andere Unfreiheiten. Und sogar im Radio gab es Quoten. 60:40 heiß es damals. Ähnlich wie in Frankreich. Man muss dort 40% einheimische Musik spielen. Und wer lieber mehr andere Sachen hört? OK – heute ist es leicht, man kann streamen.

    Geschlechtsneutrale Bewerbung? Echt jetzt? Kommt es denn immer nur auf Zahlen, Daten, Fakten an? Wenn ich Chef bin und Mitarbeiter einstellen möchte, dann darf ich dabei doch Wünsche und Vorlieben haben. Ist das nicht meine Freiheit als Chef?

    Ich habe noch ein Beispiel aus meinem Erlebnisbereich: Ein Freund von mir läßt sich im Spa nur von Männern massieren, ein anderer nur von Frauen. Diese Freiheit zu wählen möchten beide behalten. Ich kann das verstehen.

    Mir ist das überhaupt zuviel Gewese um die Rollenverteilung, ich sehe Männlein-Weiblein auch nicht als “Problematik”. Es gibt auch hier in Deutschland Großkonzerne, bei denen nach dem Leistungsprinzip bezahlt wird. Einen habe ich mir gerade ausgeguckt 😉

    Liebe Grüße
    🙂

    • Iris Maya
      June 30, 2017

      Dieser Kommentar spricht mir so ziemlich aus der Seele, deshalb schließe ich mich hier mal an!
      Auch wenn ich ganz altmodisch Hausfrau und Mutter bin – trotz abgeschlossenem Studium und einigen Jahren Berufserfahrung aus tiefster Überzeugung – bin ich natürlich auch dafür, dass Leute gerecht eingestellt werden, aufgrund von Qualifikation. Finde aber auch, dass ein Firmeneigentümer oder wer auch immer nach eigenem Gutdünken Leute einstellen dürfen sollte. Ist ja sein Betrieb. Da kann ich die Gründe noch so doof finden. Wohlgemerkt bei Privatpersonen, bei staatlichen Einstellungen dürfen solche “Oberflächlichkeiten” keine Rolle spielen, wie bspw. beim Aufsichtsrat, was ja dein “Aufhänger” ist.
      Allerdings führt die Frauenquote auch zu umgekehrter Ungerechtigkeit. Mein Mann wurde bereits zweimal für einen Job abgelehnt, WEIL er ein Mann ist und die Frauenquote noch nicht erfüllt wurde, obwohl er laut den Vorsitzenden die Qualifikationen mehr als erfüllte. Zum Bewerbungsgespräch wurde er, wie ihm mit Bedauern mitgeteilt wurde, nur aus bürokratischen Gründen eingeladen. Die Stelle war nun mal noch nicht besetzt, da sich noch keine qualifizierte Frau beworben hatte. Ich finde das geht auch nicht, das hat ja nichts mehr mit Gerechtigkeit zu tun, auch wenn ich den Ansatz, den Grundgedanken durchaus nachvollziehen kann.
      Liebe Grüße

  • Fran
    June 29, 2017

    Ich gebe zu, ich bin kein Fan der Quotenregelung. Im schlimmsten Fall erreicht man damit genau das Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt war, nämlich dass es heißt: “Die wurde nur eingestellt, weil sie eine Frau ist und obwohl sie keine Ahnung hat”.
    Bewerbungen ohne Geschlechts- und Altersangaben, ohne Foto und ohne persönliche Angaben dagegen finde ich großartig. Spätestens im ersten Gespräch wird dann zwar doch klar, wo der Hase läuft, aber bis dahin hat sich vielleicht die Denke durchgesetzt, dass es um Qualifikation geht und nicht um Lebensdaten.
    Was sich definitiv ändern muss, ist die Denke in der Gesellschaft. Und zwar nicht nur die von Männern. Sondern auch die von vielen Frauen. Ich kenne durch meine Töchter so viele junge Mädchen, deren erklärtes Ziel es ist, einen Mann mit möglichst viel Geld zu heiraten, möglichst früh Kinder zu bekommen und sich auf Golf und Charity zu konzentrieren, dass ich manchmal in die Tischkante beißen möchte. Dafür nimmt man dann sogar ein Jurastudium in Kauf, aber bitte nicht länger als maximal vier Semester. Ein Abschluss? Pah, nicht nötig. Das wäre ja Arbeit. Solange die jungen Damen selbst so denken, sollten sie sich nicht wundern, dass Aufsichtsräte und Vorstände aus Männern bestehen.
    Das Thema finde ich großartig! Bin gespannt, was sonst so an Meinungen kommt 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

  • ines meyrose
    June 29, 2017

    Ein wichtiger Beitrag gegen die Ungerechtigkeit Frauen gegenüber. Ich bin an sich gegen Quoten, aber es geht ja offenbar nicht anders.

    Was ich bei der neutraler Bewerbung schwierig finde, sind die Arbeitszeugnisse. In denen stehen doch immer Namen, Geburtsdaten und auch aus dem Text geht das Geschlecht hervor. Wie lösen die Amis das Problem? Außerdem geht das Alter eh aus der Vita hervor, wenn ich mir die Zeugnisse und Verweilungsdaten addiere. Das kann ich also auch direkt nennen. Fotos? Sehe ich als Firma gerne, verstehe aber, dass es ohne neutraler wäre.

  • Petra
    June 29, 2017

    Ich bin ganz bei dir liebe Claudia. Grundsätzlich bin ich auch kein Fan von Quote, aber da in dieser Hinsicht nix weitergeht, hilft wohl eine zeitlang nur eine Reglementierung 🙁

    Was ich aber vor allem auch sehe (mitunter direkt unter meiner Nase im Büro) ist, dass sich Frauen untereinander immer noch zu wenig solidarisieren, sprich immer noch gegenseitig übelst untergriffig fertig machen anstatt sich gegenseitig zu pushen! Das hat jetzt zwar nicht direkt was mit deinem Thema der Frauenquote zu tun, aber ich finde es ist ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu richtiger Gleichberechtigung am Arbeitsplatz.

    Solange die “Jeder kämpft für sich allein” Mentalität in Frauenköpfen besteht, mache ich mir schon Sorgen.

    Liebe Grüße,
    Petra

  • Sabine Gimm
    June 29, 2017

    Ich bin für die geschlechtsneutrale Bewerbung. Das macht für mich am meisten Sinn. So kann man nach den Skills gehen und sich für oder gegen einen Bewerber entscheiden.

    Die Frage ist, wass passiert nach den Bewerbergesprächen? Wonach richten sich die Firmen? Das ist doch oft ein “Nasenfaktor”. Spätestens hier kann man mauscheln.

    Also bin ich für die Frauenquote, obwohl das rein theorisch nicht in meinen Kopf will.

    Liebe Grüße Sabine

  • Nessy Wagner
    June 29, 2017

    Jein… Mir wäre es auch lieber, wenn die Welt so ,,gerecht” wäre, dass man das nicht braucht! Deshalb fände ich die geschlechtsneutrale Bewerbung sehr gut, die ,,Quote” könnte hingegen dazu führen, dass eine schlechter qualifiziertere Frau einem Mann bevorzugt werden muß…
    Alles Liebe, Nessy

  • dottoressa
    June 30, 2017

    Liebe Claudia,
    Das ist ein extra gutes Post
    Ich habe überhaupt nicht gewissen wie es mit Frauen und Männer beruflich in Österreich und Deutschland geht
    Ich bin geboren und habe mehr als 30 Jahren in ex-Yu gelebt,wo Frauen ziemlich gleichermassig arbeiten, Schule und Universitäg beenden können,im Politik teil nehmen,in grösseren Prozent als jetzt Quoten sind….,natürlich ,es gab auch so viele schlechte Ideologische,Ökonomische,Nationale und Politische Fragen,das ex Yu in dem Krieg beendet habe
    In der Medizin Bereich war es mindestens 50:50% (und ist es noch im Croatien)
    Petra hat es gut gemerkt-Frauen selbst solidarisieren sich nicht genug und oft wollen einen Boss haben und keine Chefin. Das verstehe ich nicht-ich bin für Mentor Hilfe und Unterstügzung…..
    Quoten sind manchmal nicht genug-jetzt haben wir Quoten in Politik,wo Frauen bekommen letzte Positionen an der Liste
    Ich bin für neutrale Bewerbung,ohne Fotos und hoffe das bald gibt es kein “Glass ceilling”mehr,das die Fortschritte gibt es für die Beste und es gibt keinen Unterschied im Lohn für gleiche Tätigheit
    Es gibt noch viele Sachen und Nuancen,die ich wollte sagen,aber mein Deutch genügt leider nicht
    Liebe Grüsse
    Dottoressa

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